Sonntag, März 19, 2017

Die hasserfüllten Kleinbürger – eine Begegnung!



Die hasserfüllten Kleinbürger – eine Begegnung!

In der U-Bahn, zwei auf den ersten Blick damenhaft wirkende Frauen, die eine Sechzig, die andere Siebzig, geschminkt, gefärbt, mit schönem Schmuck, altmodisch vielleicht, aber sicher echt, für ihr Alter durchaus modisch gekleidet. Sie sprechen schönstes Deutsch auf niedrigstem Niveau.
Sie sprechen zwar, aber sie unterhalten sich nicht. Ohne äußeren Anlass, wie etwa einen Schwarzafrikaner oder eine Kopftuchträgerin in der Nähe, beten sie einander ihr Alphabet von Hass und Wut vor. Es beginnt mit „Asylant“ und endet mit „Zuwanderer“. Zu allem haben sie etwas zu sagen, wenn auch CETA bei ihnen Seta heißt. Sie lesen einander Artikel aus diversen Schmutzblättern vor, die sie ausgeschnitten in ihren Handtaschen mit dabei haben. Sie sind laut, denn sie erzählen einander ja nichts Neues, sie tragen vor.
Ein älterer Herr setzt sich kopfschüttelnd woanders hin, eine junges Mädchen nimmt zu ihren Ohrstöpseln Zuflucht, das Gros der Mitfahrenden ignoriert den Hass und die Wut der rabiaten Hüterinnen des Abendlandes, - alles Ausländer, oder was?
Ich bekomme langsam rote Ohren und überlege, ob ich mich mit einem „Heil“ zum Abschied wenden soll. Schließlich lasse ich es dabei bewenden und überlasse die beiden ihrem alltäglichen Sodbrennen.
Die Kleinbürger, voll Angst, Hass und Wut, wollen sich zuerst Gehör verschaffen, also vertrauen sie zunächst jenen, die vorgeben, ihnen zuzuhören. Wer dieses Spiel beherrscht, das zeigen die Wahlen.

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